Das Stück

„HermannSchlachten07“ ist die abstrakte Übertragung des Hermann-Mythos auf die Situation der Wagenhallen im Jahr 2007. Unter der Fragestellung nach der politischen Instrumentalisierbarkeit identitätsstiftender Mythen geht es Dorna Safaian in ihrer Neubearbeitung des Textes um eine valide Übersetzung der Textvorlagen Kleists und Schlegels ins heute. Ihre Fassung beschreibt den Prozess der politischen Vereinnahmung der alten Sprache und des antiken Mythos durch Hermann. Er tritt als politische Figur auf, die mit sprachlichen Mitteln versucht, eine gemeinsame Identität zu konstruieren. Im Verlauf des Stücks gelingt es ihm, immer mehr, der „ germanischen Fürsten“ auf seine Seite zu ziehen. Zu Beginn des Abends sprechen die „Fürsten“ noch umgangssprachlich, dann durchsetzt sich ihre Sprache zunehmend mit den von Hermann vorgetragenen romantischen Reden, die sich an Kleist und Schlegel anlehnen. Das neu entstehende Sprachspiel geht mit einer entfesselten Gruppendynamik einher. Die Idee der „Germanen“ zieht ihre Kraft aus der propagandistisch gebündelten Energie der Gruppe. Der Kampf gegen die „Römer“ kann beginnen.