Inszenierung

In Dorna Safaians Textversion verknüpfen sich die drei Hermannsschlachtbearbeitungen von Grabbe, Schlegel und Kleist zu einem neuen Textkonglomerat, in dem den jeweiligen Figuren ein jeweiliges Sprachspiel zugeschrieben wird. Aus den Reihen der Künstler treten 12 Schauspieler, die den narrativen Text in zwei dramatischen Blöcken spielen. Welche Gründe hat Hermann wirklich, die Römer in seiner Propaganda als schlimmsten Feind für das freie Germanentum darzustellen? Die Römer belagern die Wagenhalle. Die Zivilisation, die sie bringen, klingt genauso verlockend wie das von Hermanns propagierte Freiheitsideal - wie werden sich die "Germanenkünstler" entscheiden?

Die Zuschauer müssen durch ein Römerlager zum Kassenhäuschen gehen, bevor sie eine römische Grenzkontrolle passieren und sich schließlich mitten in der "Teutoburg" wiederfinden. Der Beginn des Abends besteht aus einem aktionistischen Kunst-Gewusel, aus dem die Zuschauer dann abgeholt werden. Sie nehmen vor der Teutoburg auf einer Tribüne Platz, der eigentliche Theaterabend beginnt, die intrigengeladene Erzählung entspinnt sich…

In unserer Konzeption interessiert uns vor allem der interdisziplinäre Ansatz. Bisher stellt es sich als äußerst spannend und befruchtend heraus, dass ein Theaterteam auf die Arbeitsweise bildender Künstler stößt. Die Inszenierung erwächst zu einem großen Teil aus der fertigen Struktur der Teutoburg. Der Action-Painter David Baur beispielsweise, der sich in seiner Kunst oft und ausgiebig mit den Phänomenen postmoderner Kriegsführung auseinandersetzt, fungiert in der Inszenierung als live agierender "Schlachtenmaler".

Auch Video und Musik stellen keine reine Untermalung oder Illustration des Geschehens dar, sondern werden als eigenständige Kunstwerke ernst genommen.